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Erkrankung der Welpen und die mutterlose Aufzucht

Hier finden Sie Hinweise wenn Welpen erkranken oder falls sie Milch zufüttern müssen. Wir wissen aus eigener Erfahrung , dass gerade in solchen Fällen, der Erst- oder Jungzüchter hektisch im Internet sucht, Bücher wälzt und häufig den Tierarzt bestellt, der unter Umständen ratlos ist. Leider haben auch wir Welpen verloren, welches durch dieses Wissen nicht hätte sein müssen

Erkrankungen der Welpen und Junghunde

Welpenerkrankungen und Verluste stellen für den Züchter eine problematische und sorgenvolle Situation dar.

In den letzten Jahren haben diese Erkrankungen nach Auskunft von Tierkliniken rasseunabhängig zugenommen. Während früher hauptsächlich infektiöse, insbesondere bakterielle Verluste um die Absatzzeit, d.h. um die 8.Lebenswoche, vorherrschend waren, wofür neben der besonderen Stresssituation auch die Abnahme der von der Mutter in den ersten Lebenstagen erworbenen Antikörper verantwortlich gemacht wurden, treten in den letzten Jahren Probleme zunehmend bei sehr jungen Welpen auf.

Die Erkrankungen der neugeborenen oder wenige Tage alter Welpen sind nicht nur ein Problem der Zuchten, sie stellen auch den Behandelnden vor diagnostische und therapeutische Probleme!

Eine Reihe von Erkrankungen steht in engem Zusammenhang mit dem Fortpflanzungs- und Geburtsprozess – also mit dem Muttertier. Dabei ist eine Abgrenzung der ursächlichen Gründe nur schwierig zu treffen, da unterschiedliche Ursachen sehr ähnliche Krankheitsbilder hervorrufen können.

Nahezu 50% aller Erkrankungen und Todesfälle in den ersten Lebenswochen sind aber infektiöser Natur.

Nicht-infektiöse Erkrankungen sind hauptsächlich Atembeschwerden und allgemeine Lebensschwäche.

Atemdepression

Besonders bei Frühgeborenen (unter 57 Tage Trächtigkeitsdauer) mit unzureichender Lungenreifung und Welpen nach Geburtsstörungen, Geburtsproblemen (zu große Frucht, zu enges Becken) auftretend. Dabei tritt nicht selten eine vorzeitige Lösung der Nachgeburt ein (u.a. nach mehrfacher Wehenhormon-Gabe!). Dadurch erfolgt - nach Aufbrauchen der O2-Reserve- der erste Atemzug noch im Geburtsgang und in dessen Folge dann Fruchtwasserabatmung und Erstickung. Wenn diese Welpen dann lebend geboren werden, setzt bei noch vorhandener Herzaktion die Atmung nur unzureichend ein. Die Welpen zeigen blasse, bläuliche Schleimhäute und Leblosigkeit. Ein Wiederbelebungsversuch sollte über mindestens 15 Minuten versucht werden. (Ausschütteln und entfernen des Schleimes, Schwenken des Welpen, Kaltwasserguss ins Genick, Reiben des Rückens, Sauerstoffduschen und Atemstimulantien (TA). Die kritische Überlebensphase dauert jedoch bis zur 36. Lebensstunde und die überlebenden Welpen sind oft infektanfälliger!

Hypothermie (Untertemperatur)

Hypothermie ist häufig Anzeichen von Erkrankungen, die mit Flüssigkeits- und Nahrungsmangel einhergehen. Sie tritt aber auch im Endstadium von Infektionen auf.

Dabei muss allerdings auch die physiologische Hypothermie der Welpen berücksichtigt werden!. 24 Stunden nach der Geburt hat ein Welpe eine Körpertemperatur von durchschnittlich 36°C. Erst in der 4.Lebenswoche wird die Körpertemperatur erwachsener Hunde erreicht. Eine echte Unterkühlung durch tiefe Umgebungstemperatur oder mangelhafte Fürsorge der Mutterhündin ist ausgesprochen selten. Fast alle Mutterhündinnen sortieren unterkühlte (< 34,4°C) Welpen reflektorisch aus. Wenn durch unglückliche Umstände ein Welpe tatsächlich unterkühlt ist, muss er langsam aufgewärmt werden!

Hypoglykämie (Energiemangel)

Absinken des Blutzuckerspiegels infolge Nahrungsmangel ( große Würfe, Milchmangel, Gesäugeentzündung – oder anderer Grundkrankheiten). Hierbei muss die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.

Wichtige Faustregel für die Züchter:
Verdoppelung des Geburtsgewichtes innerhalb von 8-10 Tagen.

Toxisches Milchsyndrom

Zwischen dem 3. -14. Lebenstag auftretend. Welpen zeigen Schreien, dicke Bäuche oder Durchfall. Die größten Welpen erkranken zuerst. Toxische Zerfallsprodukte aus der Gebärmutter infolge Rückbildungsverzögerung, leichte Uterusentzündung und toxische Stoffwechselprodukte der Mutterhündin, die in die Milch gelangen, sind hierbei die Ursache.

Wichtig ist dann die Trennung der Welpen von der mütterlichen Milchquelle, Gabe von Elektrolytlösungen und künstliche Ernährung. Wie bei allen Erkrankungen der Welpen ist es wichtig, die Hündin mit beim Tierarzt vorzustellen!

Ernährungsbedingte (nicht infektiöse) Durchfälle

Ursachen sind dabei oft Ernährungsfehler (Milchzucker, falsche Fettsäuren wie Kuhmilchfett) und Überfütterung ( Übersäuerung, gesteigerte Gallebildung). Energiezufuhr muss genau berechnet werden. Dabei ist der Übergang zu bakteriellen Durchfällen durchaus fließend.

Hämorrhagisches Syndrom

Hierbei kommt es zu Blutungsneigung, hauptsächlich zwischen dem 1. und 4.Lebenstag. Die Welpen verbluten aus Nase und Mund, ohne dass äußere Ein-wirkungen ersichtlich sind. Auch Blutansammlungen in der Unterhaut oder im Bauchraum sind möglich. Ursächlich spielt ein Mangel an Vitamin K bei der Mutter eine Rolle. Die Fütterung muss überprüft werden, da zu lange oder zu warme Lagerung den Vit.K-Gehalt vermindern!

In diesem Zusammenhang ist auch noch die Gefahr der Vitamin – Überversorgung zu erwähnen. Hauptsächlich Vitamin-D3- Überversorgung der Hündin führt bei den Welpen zu Erkrankungen. Hierbei sterben die Welpen am 3. Lebenstag plötzlich. Ursache ist eine starke Kalkablagerung (Kalzifizierung) von Gefäßen der Lunge und Nieren, die zur Funktionsunfähigkeit dieser Organe führen.

Neugeborenengelbsucht

Bei Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Hündin und Rüden kann es nach Eindringen von einigen Blutkörperchen der Welpen in den mütterlichen Kreislauf zu Antikörperbildung bei der Hündin kommen. Diese treten dann mit in der Milch auf und werden von den Welpen aufgenommen. Alle Welpen mit der ererbten väterlichen Blutgruppe erkranken dann innerhalb von 12 bis 16 Stunden nach Aufnahme der Muttermilch. Bei nachgewiesener Unverträglichkeit sollte diese Verpaarung nicht wiederholt werden.

Bakterielle Infektionen

Neben der bakteriellen Allgemeininfektion (Sepsis) können verschiedene Organe (Lunge, Darm, Haut u.a.) betroffen sein. Bei der bakteriologischen Untersuchung der Mutter zeigt sich das gleiche Erreger-Spektrum in der Milch oder im Scheidensekret wie bei den gestorbenen oder erkrankten Welpen. Die Mutter ist dabei aber ohne klinische Symptomatik.

Das Erregerspektrum bei Organuntersuchung verendeter Welpen umfasst hauptsächlich Staph. aureus (intermedius), G-Streptokokken, häm. E.coli, Pasteurella spp.

Therapie-Erfolge sind einerseits wegen des rasanten Verlaufes (Sepsis – Tod nach wenigen Stunden) andererseits durch bakterielle Resistenzen limitiert. Kompliziert wird die Therapie noch durch die für den Neugeborenenorganismus häufig toxischen Arzneimittel.

Die in der Humanneonatalogie beschriebenen wellenförmigen Wechsel verschiedener bakterieller Erreger beim menschlichen Säugling über Zeiträume von 5-7 Jahren, tritt auch bei Hunden, wenn auch in kürzeren Zeiträumen (geringere Generationsintervalle) auf. Auch treten Resistenzentwicklungen analog zur Humanmedizin auf. In größeren Zwingern kann sich ein, dem Krankenhausmilieu vergleichbarer Hospitalismus entwickeln.

Die Hündinnen aktivieren Abwehrmechanismen, die sie auf die Welpen übertragen (diaplazentar, kolostrale Immunität). Unter welchen Bedingungen welche Hündin dazu fähig ist, bleibt allerdings unklar. Auch die Frage der Übertragung bakterieller Erreger von Mensch – Hündin/ Welpe und umgekehrt, muss noch geklärt werden.

Virale Infektionen

Wichtigste virale Erkrankung ist die Herpes-Virus-Infektion, die beim Welpen bis zum 18. Lebenstag eine Rolle spielt ( Todesfälle in den ersten drei Lebenswochen, nicht mehr danach).

Alle anderen Viruserkrankungen, gegen die in aller Regel geimpft wird, sind in den letzten Jahren in den Hintergrund getreten.

Parasitäre Infektionen

Neben den Magen- und Darmwürmern spielen auch noch Einzeller eine gewisse Rolle.

Ab dem 10. Lebenstag sollte eine 1.Wurmbehandlung durchgeführt werden, ab der 3. Lebenswoche muss sie erfolgt sein. Die Welpen sollten dann im Abstand von 3 Wochen nochmals entwurmt werden.

Protozoeninfektionen treten in letzter Zeit etwas häufiger auf. Nach der diagnostischen Untersuchung und Feststellung der Protozoen (Giardia) – Infektion kann mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden.

Mutterloses Aufziehen der Welpen oder Milchmangel der Hündin

Wenn die Hündin stirbt oder keine Milch für ihre Jungen hat, dann können Sie die Welpen selbst aufziehen. Grundsätzliches dazu lesen Sie hier:

Kolostrum (Erstlingsmilch):

Direkt nach der Geburt (innerhalb der ersten Lebensstunden) sollte jeder Welpe 2-4 ml Kolostrum aufnehmen. Steht kein Kolostrum zur Verfügung, sollten Immunglobuline zur passiven Immunisierung verwendet werden.

Wohlbefinden der Welpen:

Normalerweise haben Welpen nach der Nahrungsaufnahme einen vollen Bauch und schlafen ruhig und ohne Lautäußerungen. Ist der Bauch leer, so fühlt sich der Welpe schlaff an. Ist er unruhig und gibt Laut, so liegt der Verdacht nahe, dass nicht genügend Milch aufgenommen wurde. In diesem Fall soll der Welpe zweimal täglich gewogen werden und ggfs. zugefüttert werden.

Wiegen der Welpen:

Jeder Welpe sollte regelmäßig gewogen werden. Bei gesunden Welpen nimmt das Gewicht täglich um ca. 10 % zu, d.h. innerhalb von 8 Tagen sollte er sein Geburtsgewicht verdoppelt haben. Nimmt er an Gewicht ab, so sollte man zufüttern, da es sonst schnell zum Austrocknen, Energiemangel und Untertemperatur kommen kann. Bei mutterloser Aufzucht sollte die tägliche Gewichtszunahme mindestens 5 % betragen, d.h. innerhalb von 14 Tagen verdoppelt sich das Geburtsgewicht.

Ersatzmilch:

Es gibt spezielles Milchpulver für Hunde zu kaufen. In der Regel werden sie im Verhältnis 1 Teil Milchpulver auf 2 Teile Wasser angerührt.

Verabreichung der Ersatzmilch:

Sie sollte bei einer Temperatur von 37 Grad Celsius gefüttert werden. Sie wird mit einer Flasche mit langgestrecktem Gummisauger verabreicht. Am Tag sollte alle 2 bis 3 Stunden gefüttert werden, während nachts eine Pause von 4 bis 6 Stunden und später 6 bis 8 Stunden eingelegt werden kann. Bei guter Sauglust und ausreichender Gewichtsentwicklung können die Fütterungsintervalle langsam auf 4 Stunden ausgeweitet werden. Wenn nur zugefüttert wird, dann genügen 2-3 Mahlzeiten täglich. Je nach Größe und Appetit werden 10-70 ml pro Mahlzeit gefüttert (bis zur Sättigung des Welpen), d.h. etwa 1/3 des Körpergewichtes. Während des Saugens sollte man den Welpen gerollte Textilien oder den Unterarm zum "Milchtreten" anbieten.

Harn- und Kotabsatz:

Bis zum 10. Lebenstag bei mutterloser Aufzucht ist es nötig, nach jeder Fütterung den Harn- und Kotabsatz anzuregen, indem man mit einem feuchten Wattebausch Bauch- und Afterbereich massiert.

Umstellung auf feste Nahrung:

Nach drei Wochen kann man die Milch zunehmend durch feste Nahrung ersetzen, z.B. Hackfleisch oder besser Hundewelpenfutter, das man evtl. mit Milch zu einem Brei anrühren und in einem Napf anbieten kann. Zuerst ersetzt man die täglichen Mahlzeiten durch diesen Brei, dann zwei und schließlich drei. Alle 2-3- Tage kann man ein verquirltes Ei beifügen. Mit Beginn der 6. Lebenswoche kann man Welpen ganz auf Normalkost umstellen, wobei drei bis viermal täglich gefüttert werden sollte.

Haltung:
Nest:

Bei mutterloser Aufzucht kann man eine elektrische Wärmeschale oder Plastikschüssel, die auf einem Heizkissen steht und mit Zellstoff ausgelegt wird, benutzen. Die Bodentemperatur sollte 30 Grad Celsius betragen. Bis zum Ende der 3. Lebenswoche kann die Temperatur langsam auf 24 Grad Celsius gesenkt werden.

Raumtemperatur:

Bei Raumtemperaturen unter 20 Grad Celsius sollte man eine Wärmelampe anbieten.

Trächtigkeit und Geburt homöopathisch begleitet

Neben regelmäßigem Auslauf der Zuchthündin und der besonders sorgfältigen Zusammenstellung einer speziellen Ernährung der trächtigen Hündin wird der homöopathisch interessierte Züchter in Vorbereitung dieses freudigen Ereignisses auch einige homöopathische Mittel bereithalten, um für eine möglichst komplikationsfreie Trächtigkeit und reibungslose Geburt zu sorgen.

Präventivmaßnahmen
Vorangegangene Fehlgeburten:

Viburnum opulis D30 (Schneeball)
In den ersten 2 Schwangerschaftswochen gegeben, schützt es vor Fehlgeburten. Speziell für die Hündin, die bereits einen Abort hatte.

Vorangegangene Schwergeburten:

Caulophyllum D30 (Frauenwurz/Blauer Hahnenfuß)
Ähnelt in seiner Wirkung dem in der Neurohypophyse (Hinterlappen der Hirnanhangsdrüse) gebildeten Hormon Oxytocin, das die Wehen auslöst. Caulophyllum wird daher auch "das homöo-pathische Wehenmittel" genannt. Wirkt auf die schwache glatte Gebärmuttermuskulatur, öffnet den Muttermund und sorgt für einen normalen Schwangerschaftsverlauf. Unterstützt das Ausstoßen einer zurückgehaltenen Plazenta, verhindert Uterusblutungen.

1. während der Trächtigkeit: 1 Gabe alle 2 Wochen, die letzte Dosis am Vortage der Geburt

2. Komplikationen während des Geburtsvorganges: mehrere Gaben halbstündlich

Wurfvorbereitung

Pulsatilla D6 (Küchen-/Kuhschelle)
Ab der 6. Trächtigkeitswoche täglich 1 Dosis. Steuert einer Unterfunktion der Eierstöcke entgegen, verhindert eventuelle Fehllage des Fötus und beugt einer Wehenschwäche vor. Pulsatilla hat großen Einfluß auf die Schleimhäute und wirkt daher positiv auf eine zurückgehaltene Plazenta. Mit Pulsatilla sollte die Geburt komplikationsfrei verlaufen und einen Kaiserschnitt unnötig machen.

Arnica D30 (Arnika)
Das Operations-/Geburtsvor- und Nachbereitungsmittel der 1. Wahl! Fördert die Wundheilung und verhindert Nachblutungen. In der letzten Trächtigkeitswoche 2 Gaben als Geburtsvorbereitung erleichtert die Geburt. Verhindert, daß das Gewebe während der Geburt zerstört wird.

Droht ein Frühabort durch einen Unfall oder Stoß, so wird Arnica D2 (Dilution), 10 Tropfen alle 1/2 Stunde, die Gefahr abwenden.

Geburtsbeginn

Liegt kein Geburtshindernis vor, die Welpen erscheinen jedoch in zu langen Abständen, läßt sich die Wehentätigkeit durch 1/2stündliche Gaben von Cimicifuga rac. D6 (Wanzenkraut) aktivieren. Wirkt hauptsächlich auf die weiblichen Geschlechtsorgane und das Nervensystem, beeinflußt die Gebärmutterkontraktionen während der Geburt.

Sollte die Geburt dennoch nicht richtig in Gang kommen: die Hündin hat regelmäßige Wehen, sie hat anfangs gepreßt und dann langsam aufgehört, es erscheint jedoch noch immer kein Welpe im Geburtskanal, dann liegt eine Wehenschwäche vor:

Wehenschwäche:

Zur Förderung der erneuten Wehentätigkeit geben wir in 1/4stündlichem Wechsel:

Caulophyllum D6 (Frauenwurz), s. oben, und Secale cornutum D6 (Mutterkorn), das die glatte Muskulatur der Gebärmutter stark kontrahieren läßt.

Sofern keine anatomischen und/oder physiologischen Geburtshindernisse vorhanden sind, dürfte die Geburt jetzt vorangehen. Andernfalls jetzt den Tierarzt rufen!

Ist man sich nicht sicher, ob noch ein Welpe in den Uterushörnern verblieben ist, gibt man in 1/2stündlichem Abstand Cimicifuga D6 (Wanzenkraut), jedoch nur insgesamt 5x. Hierdurch wird ein erneutes Pressen der Hündin ausgelöst und eventuell noch nicht geworfene Welpen erscheinen im Geburtskanal.

Nachsorge:

1 Gabe Sepia off. D30 (Tintenfisch, Sepia) nach der Geburt sorgt dafür, daß kein Gebärmutter-vorfall entsteht und sich der Uterus schnell wieder strafft.

Der Hündin gibt man bis zum Ende des Lochienflusses einige Tage lang 3 x täglich Arnica D6, damit sie sich rascher von den Strapazen der Geburt erholt, und die Geburtswege sich schneller zurückbilden.

Dauerte die Geburt äußerst lange, ist die Hündin sehr geschwächt und hat sehr viel Körperflüssigkeit verloren, geben wir China C30 (Chinarindenbaum) 1 x täglich. China hilft bei großer Schwäche nach starken Flüssigkeitsverlusten (wie Blutungen, Durchfällen etc.), Erschöpfung, Schläfrigkeit. Wärme bessert, Kält verschlechtert.

Komplikationen, die nach der Geburt auftreten könnten:
Milchmangel

Ist keine Milch in die Zitzen eingeschossen, hilft eine einmalige Dosis von Urtica urens D1 oder D6 (Brennessel), um die Milchproduktion anzuregen.

Milchüberschuss

Hat die Hündin zuviel Milch, die nicht abgesaugt werden kann, was eventuell zu einer Mastitis (=Gesäugeentzündung) führen könnte, verabreicht man ihr Urtica urens C30 alle 6 Stunden (auch nachts!), wirkt drosselnd auf die Milchproduktion beim säugenden Tier.

Urtica urens wirkt auf die Haut, Nieren und Brustdrüsen. In tiefen Potenzen (bis zur Urtinktur) fördert es die Milchproduktion und hat diuretische Wirkung (=erhöhte Harnausscheidung), in hohen Potenzen (ab C30) stoppt es den Milchfluß.

Eklampsie (=Laktationstetanie)

Betroffen sind meist erstgebärende Hündinnen kleiner Rassen mit großen Würfen und viel Milch. Eklampsie kann schon während oder sofort nach der Geburt auftreten, meist jedoch 10 bis 14 Tage oder noch Wochen danach. Auslöser ist ein Anstieg des Kalzium- und Magnesiumspiegels in der Milch. Ursache eine Störung des Kalzium- und Magnesiumstoffwechsels verbunden mit einer Unterfunktion der Nebenschilddrüsen, die Parathormon produzieren, welches zusammen mit Kalzitonin und Vitamin D den Kalzium-/Phosphathaushalt des Körpers reguliert. Parathormon wirkt als Gegenspieler des Kalzitonins und fördert die Kalziumaufnahme im Darm und die vermehrte Phosphatausscheidung über die Niere. Es setzt Kalzium und Phosphat aus dem Knochen frei. Durch Unterfunktion der Nebenschilddrüsen kommt es zu einer Verminderung des Kalziumblutspiegels, was wiederum zur Übererregbarkeit des Nervensystems und in der Folge zu Krämpfen (=Tetanie) führt.

Erste Anzeichen sind Nervösität, dann Versteifung der Beinmuskulatur bis zu Muskelzittern, schließlich wird das zentrale Nervensystem in Mitleidenschaft gezogen (groteske Kopfhaltung).

Nach Injektion einer Kalziumlösung (intravenös/subkutan) klingen die Symptome wieder ab. Zur Vorbeugung gibt man der Hündin am Tage nach der Geburt Calcium phosphoricum D30. Bewährt haben sich ebenfalls ab der 2. Trächtigkeitshälfte: täglich ½ TL Calcium Carbonat (Apotheke) oder ein gutes Mineralstoffpräparat als Futterzusatz. Hatte die Hündin bereits Eklampsie, gibt man vorbeugend Calc. Phos. D30 1 x wöchentlich ab dem 2. Trächtigkeitsmonat.

Entzündung des Gesäuges (=Mastitis)

Nach der Geburt könnten sich eine oder mehrere Brustdrüsen entzünden, das Gesäuge zeigt die klassischen Entzündungszeichen: Rötung, Hitze, Schwellung, Berührungsempfindlichkeit, die Hündin hat Fieber, leidet unter Schmerzen und wird apathisch. Die Milch verkäst. Hier helfen:

Aconitum napellus D12 (Blauer Eisenhut)
Für das Anfangsstadium einer Krankheit, "nimmt der Krankheit die Spitze". Die Krankheit setzt plötzlich ein und nimmt einen stürmischen Verlauf.

Belladonna D6 oder D30 (Tollkirsche)
Stündliche Gaben. Leitsymptome: geweitete Pupillen und heiße, gespannte Brustdrüsen. Gutes Folgemittel von Aconit, jedoch nicht gemeinsam verabreichen! Bell. hilft während der Krise.

Apis mellifica D3 oder D30 (Honigbiene)
Sollte die Infektion auf das umliegende Gewebe übergreifen und ödematös (=Wasseransammlung im Gewebe >Schwellung) werden, die erkrankten Tiere auch bei Fieber keinen Durst zeigen: im stündlichen Wechsel mit Bell.

Bryonia alba D6 - D30 (Zaunrübe)
Wenn die Brustdrüse auffallend hart, schmerzhaft und gerötet ist, alle 2 Stunden. Leitsymptome: Bewegung verschlimmert, das kranke Tier verhält sich auffallend ruhig, Druck auf die erkrankte Drüse bessert (=Tiere liegen auf kranker Seite).

Hepar sulfuris D6 - D200 (Kalkschwefelleber)
Wenn sich bereits ein Abzeß bildet, eröffnet Hepar diesen und läßt den Eiter abfließen Hepar ist das ideale Mittel bei eitrigen Prozessen, das Tier reagiert äußerst empfindlich auf Druckschmerz. Tiefpotenzen mehrmals gegeben fördern die Eiterbildung des Abzesses bis zur Reifung, Hochpotenzen ab D200 lassen den Abzeß aufplatzen und leiten den Heilungsprozeß ein.

Silicea D12 (Kieselsäure)
Das Mittel der Wahl nach eitrigen Prozessen, zur Ausheilung 3 x täglich einige Tage lang. Mit Calendula-Umschlägen (1 TL auf 1 Glas abgekochtes Wasser) kann man den Heilungsprozeß unterstützen.

Darreichung: sofern nicht anders angegeben Tabletten (zwischen 2 TL zerreiben) oder Globuli auf oder unter die Zunge des Tieres
 

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesem Wissen in kritischen Situationen helfen können.

Dieses Wissen stammt aus entsprechender Literatur, unserem Erfahrungesschatz, oder aus Hinweisen anderer erfahrener Züchter, und wir erheben keinerlei Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit.

Wenn Sie Fragen haben, sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt!

 
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